Reis-Werfen und warum dann doch nicht

Was ist aus dem Reis, den man nach einer Hochzeit über das Brautpaar wirft, geworden ?
Wann ist es passiert  dass es einem Frevel gleichkommt, dies zu tun ?

Neulich waren wir auf einer Hochzeit…. einer kirchlichen wohlgemerkt.. Der Pfarrer hat alle anwesenden Gäste nochmal ausdrücklich darauf hingewiesen dass Reis nicht geworfen werden darf… Auf die Frages was man ansonsten werfen könne,.. gab es die Antwort: Geld in die Kollekte.. die würde notleidenden Menschen zu Gute kommen..

Ich fand das irgendwie blöd. Nein, mir sind die Menschen nicht egal.. der Griff zur Geldbörse und dann der Wurf der Münzen in den Beutel/Schale umgehe ich nicht.. das gehört, wie das Amen in der Kirche dazu.. und hierzu noch ganz kurz angemerkt.: Ja ich gehe auch so ab und an in die Kirche, nicht nur an den großen Feiertagen.

Zurück zum Reis: der hatte doch aber mal eine andere Bedeutung..
Ich werfe Reis als Symbol der Fruchtbarkeit… Man wünscht dem Brautpaar eine fruchtbare Ehe… Es ist ein persönlicher Wunsch und eine alte Tradition…
Dass man das nicht mehr macht und es als nicht mehr schick angesehen wird… das finde ich ehrlicherweise doof…

Ein Standesamt-Mitarbeiter war auch schon der Meinung, dass die Reiskörner Ratten und Ungeziefer anziehen würden..
Man solle doch auf Rosenblätter (in vielen Fällen werden künstliche genutzt, da günstiger), Seifenblasen.. Konfetti, irgendwelche raketenähnlichen Kunststoffschnippseln verstreuende Fontänen ausweichen..
Klar verhungert davon niemand.. die Kollekte wird nicht voller und die Umwelt ist natürlich auch nicht davon betroffen… in den meisten Fällen reinigt der Wind ja den Vorplatz von alleine…

Was mache ich eigentlich nach dem Standesamt ? Stelle ich mich da dumpf ins Spalier und schaue dem Brautpaar beim Heraustreten schweigend zu ?
Naja, vielleicht muss ich nicht schweigen.. aber werfen oder pusten ist doch auch nicht meins…. Seifenblasen werden als Flüssigkeit in einem Gefäß verkauft, das aus Plastik besteht..und sind wir mal ehrlich.. wie viele dieser Behältnisse landen da, wo sie sollten oder werden wieder mitgenommen.,?
Außerdem ist Plaste eh nicht gut für die Umwelt.. da sind wir uns einig…

Diese Raktenteile… Handfontänen.. oder wie man sie auch nennen mag.. sie sind aus Plaste….
und mitnichten umweltverträglich… Weder Verpackung noch Inhalt…und was das Zeug kostet…. !!??!!

Da ist mir die Kollekte eine bessere Investition, jedenfalls bei der kirchlichen Trauung.

Somit kommen wir am Ende doch wieder zu dem guten alten Jubelschrei…. als Freudenbekundung…oder ist der Reis wirklich so schlecht ?
Eine Packung Reiskörner für eine Hochzeitsgesellschaft… ist genauso schlimm wie ?
Wenn jeder anwesende Gast noch 2.- € für einen guten Zweck spendet ist das Ganze eine saubere Sache und bringt auch noch was …. neben den Wünschen für die Fruchtbarkeit in der Ehe !
Wie schon immer, das sind meine Gedanken zum Thema und auch meine Fehler…die ich eingebaut habe.. in den letzten Jahren habe ich es dabei zu einer gewissen Klasse gebracht, also überlest sie einfach !

 

 

2 thoughts on “Reis-Werfen und warum dann doch nicht

  1. Hallo Dirk,

    gerade habe ich deine Gedanken zum “Reis werfen” gelesen.
    Hier gibt es ja offensichtlich sehr unterschiedliche Auffassungen und Begründungen für und gegen das Werfen von Reis.
    Bisher habe ich mir darüber immer dann Gedanken gemacht, wenn ich diesen Brauch auf einer Hochzeitsfeier gesehen habe.
    Deine Auffassung, dass wir dadurch nicht den Hunger in der Welt verschärfen, teile ich auch.
    Wir werfen jedes Jahr Millionen von Tonnen an Lebensmitteln weg, weil wir so sehr im Überfluss leben, dass es uns nicht wichtig ist, die Warenflüsse besser zu organisieren oder bewusster einzukaufen. Da haben wir in meinen Augen eine Haltung eingenommen, die das Geschenk der Nahrung nicht mehr wertschätzt.

    Beim Reiswerfen nach einer Hochzeit hatte ich aber immer einen anderen Gedanken.

    Ursprünglich stammt dieser Hochzeitsbrauch,aus dem asiatischen Raum, dem Herkunftsland des Reis’. Reis gilt als Symbol für Fruchtbarkeit und Glück. Die Gäste wünschten dem frisch vermählten Paar so Glück für Ihre Ehe und möglichst viele Kinder. In manchen Gegenden werden die Reiskörner gezählt, die in der Frisur der Braut liegen geblieben sind. Die Anzahl der Reiskörner soll der Zahl der zu erwartenden Kinder entsprechen. In manchen Gegenden sollen zudem durch das Werfen von Reis die bösen Götter beschwichtigt werden und somit Unglück vom Hochzeitspaar abgehalten werden.

    Jetzt mag man sagen, dass der Ursprung dieser Tradition ja heutzutage nicht mehr diese Bedeutung hat. Anzahl der Kinder und böse Götter und so, das ist ja vielleicht nicht in unserem Bewusstsein. Aber was ist denn dann der Sinn? Was soll der Reis bewirken? Wer soll durch den Reis wirken? Wir wissen natürlich, dass der Reis selbst keine Wirkung hat. Wir verwenden trotzdem das Symbol. Offensichtlich ist uns nichts besseres eingefallen.

    Das Brautpar kommt aus der Kirche und hat (hoffentlich bewusst) den Segen Gottes für die Ehe erbeten. Gebete und Segenswünsche sind ausgesprochen worden, die Gott als den Wirkenden und Handelnden anerkennen. Und direkt vor der Tür wird ein Ritual vollzogen, dass ebenfalls die gleiche Wirkung haben soll. Glück und Segen (und vielleicht auch Fruchtbarkeit) für die Ehe. Das Ritual beziht sich aber nicht auf Gott, sondern ist davon völlig losgelöst.
    Wenn ich Gott wäre, käme ich mir schon recht blöd vor. Gerade haben sich die Menschen an mich gewandt, und jetzt versuchen sie noch einen anderen Glücksbringer. Das stellt doch jede Ernsthaftigkeit in Frage, oder?

    Ich glaube, dass es in unserem Leben viele solcher Symbole gibt, die Gott richtig traurig machen. Eigentlich ist er der einzige, von dem wir Unterstützung und Hilfe in Bereichen erwarten können, die wir selbst nicht im Griff haben. So fühlt es sich für mich jedenfalls an. Einen anderen Ansprechpartner, der sich mir so liebevoll vorstellt, habe ich in den Religionen der Welt nicht gefunden. Jede anere vermeintliche Quelle von Glück und Segen scheidet deshalb für mich aus.
    Reiswerfen ist deshalb für mich kein Ausdruck von Vertrauen auf Gott. Ich glaube, ich möchte nicht werfen und auch nicht beworfen werden. Für mich fühlt sich das an, als würde ich Gott enttäuschen.

    Natürlich haben meine Gedanken zur Grundlage, dass ich an einen suveränen und handelnden Gott glaube.
    Wer das nicht tut, dem hilft es auch nicht, in die Kirche zu gehen. Der enttäscht Gott auch nicht, weil er ja schon vorher überhaupt nicht mit ihm rechent. Da ist es auch egal, ob Reis geworfen wird oder nicht. Das macht keinen Unterschied.

    Aber, wenn ich es ernst meine, dann ist es für mich anders.

    Vieleicht sind dir meine Gedanken fremd oder zu kompliziert.
    Aber ich dachte, ich schreib dir mal, was ich dazu denke.

    Wünsche Euch wirklich Gottes Segen für Euren Start in Stralsund.

    Liebe Grüße,
    Andreas

    • Hallo Andreas,
      über Glaube kann man so schlecht und wiederum so gut diskutieren. Ich ziehe hier die Option vor das wir bei unserem nächsten Treffen und einer guten Falsche Wein unsere Gedanken dazu austauschen…

      Bis dahin wünsche ich Dir eine wundervolle Zeit

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