Jeden Tag fotografieren

Ein Tag ein Foto

Ein Tag ein Foto,

wir haben das schon mal umgesetzt. Damals war es eine Schnappsidee, ohne wirklich zu wissen, was daraus wird, wie
lange wir es durchhalten und was das Ganze soll.
Jeden Tag ein Foto zu machen, hört sich erst einmal einfach und unkompliziert an.  Die Kamera zu nutzen, Ideen von,
“wir sollten mal”, “zu wir machen” zu bringen.
Am Anfang hatten wir sehr viel Zeit für ein solches Projekt. Beruflich waren wir beide ohne feste Bindung und es war auch
keine neue Verpflichtung in Sicht. Unserer Selbstständigkeit war noch ein Hirngespinst. Was wir hatten war Zeit, so richtig
viel Zeit. Immer wieder den Auslöser zu drücken. Unterwegs, zuhause, drinnen, draußen egal wo. Immer arbeiten, voran
kommen und sich Gedanken machen, was man als nächstes fotografieren kann.

Mit Sicherheit war das Ganze auch eine Flucht aus der Gegenwart gewesen. Was das für Auswirkungen das Projekt haben
würde, war uns da nicht bewusst. Schreibt ja auch keiner drüber, der mal so was gemacht hat. “Hey, ich hab voll den Hype
ausgelöst, hab mich selbstständig gemacht und wundervolle Jobs gehabt”.

Was uns damals aufgefallen ist, wir waren unterwegs, viel unterwegs. Haben uns unser Umfeld angeschaut, unser Equipment
kennen gelernt und die Fotografie auf eine Art und Weise verstanden ,wie das sonst nicht möglich gewesen wäre.
Wie schnell wir gelernt haben was wir mögen und was wir nicht mögen, wo Grenzen liegen und wie weit man gehen kann.

Wir haben damals ganz viele tolle Dinge fotografiert und ganz viele banale Kleinigkeiten. Haben Unmengen an Dingen
ausprobiert und sind an der Erfahrung gewachsen. Es waren am Ende über 600 Tage, die wir durchgehalten haben. 600 Tage
jeden Tag ein Foto. Wir sind Einigen damit ganz schön auf den Sack gegangen. Vielen Dank für Eure Geduld.

Damals hat es uns direkt in unsere Selbstständigkeit geführt und uns im ersten Jahr begleitet.

Heute,in mitten einer Krise, haben wir beim Durchschauen der letzen Bilder, die wir gemacht haben, bemerkt, dass wir
angefangen haben, jeden Tag zu fotografieren, zurückzukehren zu unseren Wurzeln. So, als wäre es ein Rettungsboot.
Wir arbeiten.

Vor ein paar Wochen habe ich in einem Gespräch noch den Satz gesagt. “Ich hab mir mein Hobby versaut”. “Ich arbeite jetzt
in meinem Hobby. Das, was ich mal gerne gemacht habe, ist heute Fluch und Segen.”. “Heute muss ich es machen, um zu überleben,
damals habe ich es gemacht, um Spaß zu haben”.
Beides zusammen ging nur eine gewisse Zeit.

Heute ist so ein Punkt, wo es um die Existenz geht, wo wir schauen müssen, dass wir überleben und wieder ist es die Fotografie, in
wir Zuflucht suchen.

Wir werden mal schauen, wo es uns hinbringt.

 

Hier sind nun die ersten 10 Tage:

 

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